BJV Kreisgruppe Vilsbiburg
im Landesjagdverband e.V.
Vorstellung der einzelnen Werkzeuge zur Jungbestandspflege durch die beiden AELF-Förster Wolfgang Forstenaicher (links) und Andr

Waldbegang für Jäger – Förster und Jäger im Dialog für einen zukunftsfähigen Wald
Gemeinsame Veranstaltung der Kreisgruppe Vilsbiburg des Bayerischen Jagdverbandes und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Nachdem die Kreisgruppe Vilsbiburg des Bayerischen Jagdverbandes bereits in den vergangenen beiden Jahren gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) erfolgreiche Waldbegänge für Jäger durchgeführt hatte, fand am 27. Juni 2026 bereits die dritte Veranstaltung dieser Art statt. Ziel der Reihe ist es, die Kenntnisse der Jägerschaft im Bereich Waldbau zu vertiefen und gleichzeitig den offenen Dialog zwischen Förstern, Waldbesitzern und Jägern über die Herausforderungen des Waldumbaus zu fördern.

Treffpunkt war um 10 Uhr beim Gasthaus Schlecht in Hausberg bei Aham. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen konnte der 1. Vorsitzende der Kreisgruppe Vilsbiburg, Christian Kleindienst, insgesamt 20 Teilnehmer begrüßen. Besonders erfreulich war die Teilnahme von Josef Weig, dem 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Landshut, sowie von Kreisjagdberater Max Peter Graf von Montgelas.

Wie bereits auf der Hegeschau angekündigt, stand auch beim dritten Waldbegang der Austausch über die Waldverjüngung und den Einfluss des Schalenwildes im Mittelpunkt. Dabei wurde bewusst Wert auf eine sachliche, offene und lösungsorientierte Diskussion gelegt. Als Referenten für die forstlichen Themen konnten erneut erfahrene Fachleute des AELF gewonnen werden. Wolfgang Forstenaicher und Andreas Fleig führten die Teilnehmer durch verschiedene Waldbilder im Revier Schalkham und erläuterten dort praxisnah aktuelle Herausforderungen sowie mögliche Lösungsansätze im Waldbau.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung lag auf der Kultursicherung und Jungbestandspflege. Zu Beginn wurden verschiedene Werkzeuge und Hilfsmittel vorgestellt, die bei der Pflege junger Waldbestände zum Einsatz kommen. Anschließend erläuterten die Referenten die Bedeutung rechtzeitiger Pflegemaßnahmen für die Entwicklung stabiler, strukturreicher und zukunftsfähiger Wälder.

Intensiv diskutiert wurde dabei das Thema Ausmähen von Kulturen. Neben den Vorteilen einer Freistellung junger Bäume wurden auch mögliche Nachteile beleuchtet. Insbesondere die Auswirkungen auf die Verbisssituation sowie die Frage, in welchem Umfang Pflegemaßnahmen sinnvoll und zielführend sind, sorgten für einen fachlich fundierten und konstruktiven Meinungsaustausch.

An mehreren Waldbildern wurde außerdem veranschaulicht, wie unterschiedlich einzelne Baumarten auf Licht reagieren und welche Bedeutung die Belichtung für die Entwicklung junger Bestände besitzt. Die Teilnehmer erhielten dabei wertvolle Einblicke in die engen Zusammenhänge zwischen Bestandespflege, Baumartenwahl und einem erfolgreichen Waldumbau.

Selbstverständlich wurde auch die Rolle der Jagd bei der Waldentwicklung thematisiert. Dabei waren sich die Teilnehmer einig, dass die Jagd einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der natürlichen Waldverjüngung leisten kann. Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass der Erfolg des Waldumbaus ebenso von der Eigeninitiative und dem Engagement der Waldbesitzer abhängt. Erst das Zusammenspiel aus aktiver Waldbewirtschaftung, angepasster Jagd und gegenseitigem Verständnis schafft die Grundlage für einen langfristig erfolgreichen Waldumbau.

Der dritte Waldbegang zeigte einmal mehr, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Forstwirtschaft und Jagd ist. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und gemeinsam praxisgerechte Lösungen zu entwickeln. Besonders deutlich wurde dabei, dass die Jägerschaft einen weiteren großen Schritt auf die Forstwirtschaft zugegangen ist und sich zunehmend als aktiver Partner beim Waldumbau versteht. Anstelle eines Gegeneinanders prägen heute vielerorts Dialog, gegenseitiges Verständnis und das gemeinsame Ringen um die beste Lösung das Miteinander.

Ebenso wurde vom Jagdberater Graf von Montgelas hervorgehoben, dass neben der Waldverjüngung auch die Wildhege ein gesetzlicher Auftrag ist. Wälder sollen nicht nur klimaresilient und stabil sein, sondern zugleich Lebensraum für artenreiche und gesunde Wildbestände bleiben. Die Gestaltung zukunftsfähiger Wälder bedeutet deshalb immer auch, den Lebensraum des Wildes mitzudenken und beide Ziele verantwortungsvoll miteinander zu verbinden.

So wurde im Verlauf des Waldbegangs deutlich: Jagd ist Handwerk. Waldbau ist Handwerk. Beides verlangt Fachwissen, Erfahrung, Augenmaß und Verantwortung. Beide Bereiche ergänzen sich und können ihre Aufgaben dauerhaft nur im partnerschaftlichen Miteinander erfüllen. Gerade dieser Geist des gemeinsamen Lernens, des offenen Austauschs und des gegenseitigen Respekts machte den Waldbegang erneut zu einer wertvollen Veranstaltung.

Damit leistete die Veranstaltung einmal mehr einen wichtigen Beitrag zum gemeinsamen Ziel eines gesunden Wildes in einem gesunden, artenreichen und klimaresilienten Wald. Denn nur dort, wo Förster, Waldbesitzer und Jäger nicht übereinander, sondern miteinander sprechen und handeln, entstehen die Wälder, die auch kommenden Generationen gerecht werden. 

Intensiv wurden auch unterschiedliche Waldbilder und der Einfluss der Belichtung diskutiert